Diese und weitere Fragen standen im Mittelpunkt einer Pilotstudie, die die Hochschule für Soziale Arbeit Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) im Auftrag des Schulamtes am LG 2024 durchgeführt hatte. Am Mittwoch, den 26. Februar 2025, fand am LG die Präsentation der Ergebnisse der zur Studie gehörenden Online-Befragung für Eltern und weitere interessierte Personen statt. Es referierten Prof. Andrea Zumbrunn und Dr. Pascal Lienert von der FHNW.
Die Befragten stimmen in ihrer Einschätzung weitgehend darin überein, dass die Schülerinnen und Schüler ein hohes Wohlbefinden am LG erleben. Auch das Schulklima und die Klassengemeinschaft werden mehrheitlich positiv bewertet. Die Kinder und Jugendlichen fühlen sich zu grosser Mehrheit sicher und geschützt. Folglich scheint eine grosse Mehrheit mindestens zufrieden mit dem eigenen Leben und mit der eigenen Gesundheit. Dazu tragen auch eine ausgeprägte Selbstwirksamkeit und die grosse Unterstützung von Familie und Freunden bei. Insgesamt zeigen sich im Vergleich zur Schweiz bzw. zu ähnlichen Studien z.T. sowohl Parallelen als auch Abweichungen. Die Vergleichbarkeit ist aber aufgrund verschiedener Faktoren eingeschränkt. In Zukunft soll auch mit Hilfe der vorgelegten Studie ein Monitoring zur psychischen Gesundheit von Schülerinnen und Schülern an allen Schulen in Liechtenstein aufgebaut werden.
Gleichwohl gibt es Ansatzpunkte für eine weitere Verbesserung der Situation, zu der auch das LG als Schule etwas beitragen kann. So berichten die Befragten auch von einem relativ hohen Stressniveau, das auch, aber nicht ausschliesslich durch die Schule und einen, oft subjektiv empfundenen, Leistungsdruck entsteht. In Kombination mit durchaus alterstypischen Erscheinungen wie Müdigkeit, Gereiztheit und Konzentrationsschwierigkeiten sowie übermässigem Konsum von sozialen Medien ergeben sich teilweise Situationen, in denen die Schülerinnen und Schüler sich traurig, besorgt und wütend fühlen. Diese Empfindungen hemmen natürlich ggf. eine reibungslose positive Weiterentwicklung. Mädchen und junge Frauen scheinen von diesen Schwierigkeiten etwas öfter betroffen zu sein als die männlichen Befragten. Um dem entgegenzuwirken, geben die Autorinnen und Autoren der Studie Empfehlungen, die die passgenaue Förderung der psychischen Gesundheit sowie einen kompetenten Umgang mit möglichen psychischen Problemen von Schülerinnen und Schülern verstärkt in den Blick nehmen. So kann das Liechtensteinische Gymnasium auch als gesunder Lern- und Arbeitsort erhalten bleiben und gestärkt werden.
Nach der Präsentation der Resultate nutzten die anwesenden Eltern die Gelegenheit, Fragen zu stellen und sich mit der Schule und der FHNW über die Erkenntnisse des Berichts auszutauschen. In einer sachlichen und konstruktiven Diskussion wurden unterschiedliche Perspektiven beleuchtet und gemeinsam weitergedacht.
Das LG ist sich seiner Verantwortung bewusst und wird sich auch in Zukunft darum bemühen, ein gesunder Lern- und Arbeitsort sein zu können. Einige der vorgeschlagenen Empfehlungen sind bereits in Teilen umgesetzt und können noch verstärkt werden, andere können in Zusammenarbeit von Schule, Eltern sowie Schülerinnen und Schülern noch entstehen. Die bei der Präsentation aufgezeigten Handlungsempfehlungen werden am LG auf verschiedenen Ebenen diskutiert und sinnvoll umgesetzt – zum Wohle der gesamten Schulgemeinschaft.
Schlussbericht Psychische Gesundheit
Elterninformation Psychische Gesundheit