Wie lange haben Sie jetzt hier gearbeitet?
Ich habe 5 Jahre und 7 Wochen hier am LG gearbeitet.
Was genau bewegte Sie, hier zu arbeiten?
Ich habe den Beruf schon in anderen Schulen ausgeführt, zum Beispiel in Zürich. Bewegt hat mich jedoch, dass das Gymnasium sehr gross ist, es bietet viele verschiedene Themen an, hat eine grosse Altersspanne, 10 – 20 Jahre, und ich schätze es sehr, dass die Schülerinnen und Schüler hier gut und offen reden und Gespräche führen können.
Was genau macht eine Schulsozialarbeitern wie Sie?
Ich biete unter anderem private Beratungen für Eltern, Jugendlichen wie auch für Lehrer an. Ein weiterer Teil, den ich mache, sind Interventionen in verschiedenen Klassen, falls ein soziales Problem herrscht. Bei Verdacht besuche ich diese Klasse. Ich führe mit ihnen Gespräche und spiele Spiele, um herauszufinden, was los ist, damit man eine Lösung finden kann. Ausserdem organisiere oder leite ich Präventionen, in denen ich über Mediensucht, Gesundheit und so weiter aufkläre. Im Büro erarbeite ich die administrativen Teile meiner Arbeit, wie zum Beispiel Sitzungen, und ich organisiere mitunter den Schülerrat.
Was machen Sie an ihrem letzten Tag noch?
Ich verbringe den Morgen und den Nachmittag mit 1. Klässlern und räume dann noch die letzten Pflanzen aus meinem Büro weg.
Was sind Ihre nächsten Arbeitspläne?
Die kommende Woche habe ich Ferien und pendle danach für die Arbeit in die Schweiz, um als Beiständin zu arbeiten.
Was sind Ihre schönsten Momente am LG, an die Sie sich erinnern?
Ich habe sehr viele verschiedene schöne Momente, zwischen denen ich mich nicht entscheiden kann. Momente, die mir geblieben sind, sind auf jeden Fall immer die ersten Wochen nach den Sommerferien. Man spürt dann immer, wie neugierig alle sind und wie viele Freude sie haben.
Momente, die mir ausserdem auch noch geblieben sind, sind die Abschlusszeremonien der Maturantinnen und Maturanten. Ich finde es immer schön zu sehen, wie sie sich weiterentwickelt haben.
Schöne Momente waren ausserdem auch einzelne gute Gespräche und manchmal auch Begegnungen im Gang, die mir geblieben sind.
Was gefiel Ihnen am LG?
Mir hat die Atmosphäre und die Freiwilligkeit der Schülerinnen und Schüler vom LG sehr gut gefallen. Man kann hier an der Schule Objekte im Gang ausstellen, ohne Angst zu haben, dass sie beschädigt oder geklaut werden. An der Schule spürt man auch eine gewisse Lernmotivation.
Was gefiel Ihnen nicht so am LG?
Was mir nicht so gefallen hat, waren die Momente, wenn es von „wollen etwas zu lernen“, zu „müssen lernen“ kippt und so ein enormer Druck auf die Schülerin bzw. den Schüler entsteht.
Was nehmen Sie von diesem Beruf mit?
Ich bin der Meinung, dass der Beruf mich auf eine gewisse Weise jung gehalten hat und dass ich jetzt ein grosses Verständnis und Wissen habe, wie die Jugend funktioniert. Ich nehme ausserdem mit, dass dieser Beruf sehr viel Spass macht.
Wieso haben Sie sich für diesen Beruf entschieden?
Wie es bei so vielen ist, arbeiteten meine Eltern schon in dieser Berufsbranche. In den Ferien ging ich oft mit ihnen mit und mir wurde dann ziemlich schnell klar, der schnellste Weg in eine Schule einzutreten, war dieser. Mit 14 entschied ich mich, dass ich diesen Beruf ausführen möchte.
Ein grosser Faktor war auch, dass ich doch sehr gerne mit anderen Menschen zusammenarbeite und ich Abwechslung schätze.
Was würden Sie in der Zukunft arbeitstechnisch verändern, wenn sie noch am LG arbeiten würden?
Für die Zukunft hätte ich mir mehr Stellenprozente oder eine zweite Person für die Schulsozialarbeit hier gewünscht, wenn ich noch hier arbeiten würde.
Liebe Frau Heeb
Wir danken Ihnen im Namen des ganzen LGs für Ihre geleistete Arbeit. Wir schätzen Ihr Engagement, mit dem Sie immer ans Werk gegangen sind, sehr. Sie haben die Schule zu einem noch besseren Ort gemacht und für jeden ein offenes Ohr zum Zuhören gehabt.
Viel Erflog für Ihre weiteren Pläne und Ziele!
Autorin: Michelle Marxer 6Nb
Fotos: Christian Völkl 6Sa, Sienna Zech 5Wa, Elias Büchel 5Wa
Legende 1: Portrait von Andrea Heeb
Legende 2: Frau Heeb in Aktion
Legende 3: Portrait von Andrea Heeb