Wie gehen überforderte Eltern in der Erziehung vor? Was kann ein gestresster Geschäftsmann zur Linderung seiner Überforderung tun? Wie ist die Ehe zweier unterschiedlicher Charaktere zu retten? Mit welchen Schwierigkeiten hat ein Kind mit fehlgeschlagener Elternbindung zu kämpfen? Wie fühlen sich Opfer von Mobbing?
Diese und weitere Fragen bearbeitete „Schalun“, die Theatergruppe des LG, in ihren Aufführungen Mitte März in der Aula des LG. Das Drehbuch zum Stück „TherapieGruppe Schalun“ stammt aus der Feder der Gymnasiastin Lena Nutt. Sie selbst und ihre Kolleginnen und Kollegen auf der Bühne zeigten mit viel Witz, Ironie, Kreativität und auch Ernsthaftigkeit in teilweise gewollt überspitzten Szenen allgegenwärtige gesellschaftliche, soziale und psychische Probleme auf. Durch das bisweilen akribische Sezieren dieser psychischen und sozialen Schwierigkeiten fiel dem Publikum das Lachen manchmal gar nicht so leicht, weil sich auch ein gewisses Mitgefühl mit den betroffenen Figuren breit machte. Selbst der Therapeut musste fast therapiert werden ob der Schieflage im Umgang mit den aufgezeigten Problemchen und Problemen. So schaffte das Stück durchaus das, was in einem kurzen Prolog auf der Bühne angekündigt wurde: Unterhaltung, Überspitzung und keinen Angriff auf niemanden – und doch auf alle, weil man im Publikum auch ins Grübeln kam, wie man als Gesellschaft vielleicht besser handeln könnte, um entweder keine Therapie zu brauchen oder eine nötige Therapie für alle sinnvoll zu gestalten.
So inszenierte der Leiter und Regisseur Norman Walch gemeinsam mit seinen Schülerinnen und Schülern aus der Unter- und Oberstufe des Gymnasiums sowie mit dem Technik-Team und der Bühnengestaltung durch Barbara Geyer eine verrückte Komödie über den normalen Wahnsinn menschlicher Alltage.
Man darf gespannt sein, was nach diesem gelungenen Auftritt in den nächsten Jahren entsteht.
Text: Anton Stelzer
Fotos: Eugen Nägele