Daher ist es naheliegend, sich auch mit neuen Formen der Übersetzung auseinanderzusetzen, wie zum Beispiel der Installation oder der Performance. Beides sind Kunstformen, die sich seit Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelt haben und mittlerweile etabliert sind.
Die aktuelle Ausstellung von Ana Lupas im Kunstmuseum Liechtenstein bietet Gelegenheit, beide Ausdrucksformen näher zu betrachten. Das Werk der rumänischen Künstlerin ist geprägt durch die Form der Installation. Die Schülerinnen und Schüler ihrerseits übersetzen die Werke der Ausstellung in eine performative Sprach- und Ausdrucksform, in Bewegung, Tanz und Wort.
Ana Lupas Kunst im Raum
Als Besucher bewegte man sich am 4. Dezember 2024 im Rahmen der öffentlichen Aufführung der Performance im Kunstmuseum also folgerichtig durch den Raum, während die Schülerinnen und Schüler des Liechtensteinischen Gymnasiums an verschiedenen Stellen agierten. Sie sprachen einzelne Sätze oder Wörter, die sie oft wiederholten. Die Stimmen schienen fast zufällig aufeinander zu treffen, wodurch die Atmosphäre offen und unvorhersehbar blieb. Kurze Sequenzen verschiedener, teilweise parallel ablaufender Bewegungsabläufe sowie grosse Choreographien, die von der gesamten Gruppe aufgeführt wurden, überraschten das Publikum gleichermassen.
Diese Inszenierung lud dazu ein, innezuhalten und die Kombination aus Wort, Bewegung und Raumgestaltung auf sich wirken zu lassen, so wie es die Schülerinnen und Schüler unter Anleitung von Brigitte Walk (WalkTanzTheater) und mit Unterstützung von Susanne Kudorfer (Kunstmuseum Liechtenstein) und Hannes Albertin (Liechtensteinisches Gymnasium) einstudiert hatten.
Die Performance entwickelte eine eigene Dynamik, in der die Übergänge zwischen den Akteuren fliessend waren. Es entstand ein Eindruck von Einheit und Individualität, der die moderne Inszenierung und die Kunstwerke von Ana Lupas auf besondere Weise erlebbar machte.
Text: Tom-Louis Benndorf, Leandro Vogt, 5Nb
Fotos: Sandra Maier