Das Internationale Bodenseetreffen wurde 1960 gegründet. Teilnehmende der Veranstaltung sind Gymnasiallehrpersonen aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und dem Fürstentum Liechtenstein, die alle 2 Jahre zusammenkommen, um sich über hauptsächlich aktuelle bildungspolitische Fragen auszutauschen. Dieses Jahr waren knapp über 80 Leute angemeldet. Das Treffen findet traditionsgemäss im September an wechselnden Orten direkt am Bodensee oder in dessen Nähe statt.
Im Zentrum des diesjährigen Bodenseetreffens am Liechtensteinischen Gymnasium standen drei Vorträge über zwei Tage verteilt, die sich alle mit dem Thema „KI in der Schule“ befassten, was ein sehr aktuelles Thema ist. Mit den drei Referenten Prof. Dr. Dominik Petko (Professor für Allgemeine Didaktik und Mediendidaktik an der Universität Zürich), Ingo Leipner (Diplom-Volkswirt und Journalist) sowie Florian Nuxoll (Lehrer für Englisch und Gemeinschaftskunde) konnten drei Personen mit einem sehr unterschiedlichen Zugang zum Thema gewonnen werden, was den Anlass sehr spannend machte.
Zwischen den beiden Vorträgen am Samstag fand eine kurze Pause statt, in der es Kaffee und Kuchen gab, wobei der Kuchen von der Schülerorganisation SOS des Liechtensteinischen Gymnasiums organisiert wurde. Abgerundet durch ein tolles Kulturprogramm in Vaduz – Führung durch das Landesmuseum und Besuch des Landtaggebäudes – fand der erste Tag des Bodenseetreffens dann seinen Abschluss.
Doch der Ablauf des Bodenseetreffens war nicht immer so. In den Anfangsjahren war das Treffen eine eintägige Veranstaltung, deren Höhepunkt ein Festvortrag am Sonntagvormittag darstellte, der von Auftritten eines Schulorchesters oder musizierender Schüler sowie Schulbuchausstellungen umrahmt war. Mit einem gemeinsamen Mittagessen wurde die Veranstaltung dann beendet. Seit der Gründung des Philologenverbandes Baden-Württembergs wurden viele strukturelle und formale Veränderungen durchgeführt. Durch die Ergänzung mit dem Samstagnachmittag wurde mehr Zeit geschaffen, um Arbeitskreise zu bilden, in denen man sich mit verschiedenen Themen auseinandersetzen und sich auch mit Lehrkräften aus einem anderen (Bundes-) Land austauschen konnte. Eine weitere Veränderung an der Veranstaltung war, dass seit Mitte der 1970er Jahre auch gymnasiale Lehrkräfte aus den jeweils angrenzenden Gebieten zu den Vorträgen eingeladen wurden und nicht nur wie bei den vorherigen Malen ausschliesslich die Mitglieder der Lehrerverbände. Mit dieser Veränderung stieg die Zahl der Teilnehmenden auf bis zu teilweise 100 Personen. Die Themen der Treffen änderten sich jedes Mal, angepasst an den Zeitgeist und die jeweils dringlichsten Herausforderungen der Gymnasialbildung. Ob KI nur ein Hype ist oder gar ein Angriff auf unser Bewusstsein, konnte an diesen zwei Tagen zwar nicht vollumfänglich geklärt werden. Dennoch gingen die Zuhörenden mit vielen neuen Erkenntnissen und Ideen nach Hause.
Text: Ela Ecrin Bicer, 5MSb
Fotos: Peter Missy, Eugen Nägele