Die Fachschaft Religion und Kultur hatte den international anerkannten Experten eingeladen, um unter dem Motto „Informieren statt Ängste schüren“ eine Antwort zu geben auf die Unsicherheit und Ratlosigkeit, die im Zuge der Anschläge in Paris auch unter den SchülerInnen wahrgenommen werden konnte. Dr. Thomas Schmidinger versuchte, einerseits die äusserst komplexe Materie der Entwicklung des sog. Islamischen Staates zu veranschaulichen, und andererseits zu erläutern, was das Wesen des Jihadismus im Unterschied zum Islam ist.
Er verdeutlichte die Gemeinsamkeiten zwischen Jihadismus und Rechtsextremismus und stellte damit einen Bezug zum Holocaust-Gedenktag am 27.1. her. Auf dem Hintergrund seiner Beratungserfahrungen mit Angehörigen von jugendlichen Jihadisten konnte er auch nachvollziehbar machen, warum und wie europäische Jugendliche in diesen Radikalisierungsprozess hineinrutschen. Auch die Flüchtlingsproblematik wurde thematisiert mit der Grundbotschaft: Wenn Europa die Flüchtlinge abweist, spielt sie dem sog. Islamischen Staat in die Hände. Ein offenes und demokratisches Europa ist die beste Bekämpfung der Wirkung und Ziele dieser Terrororganisation.
Direkt anschliessend fuhr Thomas Schmidinger nach Brüssel, wo er als Experte mit dem Europäischen Parlament zusammenarbeitet. Wir wünschen ihm in seiner Arbeit viel Erfolg.
Peter Mennel