Im Projekt «Mythen der Antike» wurden genau diese Fragen behandelt. Wir beschäftigten uns mit antiken Helden, ihren Eigenschaften und Absichten. Helden der Antike waren oft Halbgötter, deren Ruhm und Ehre wichtiger waren als ein langes Leben. Sie zeichneten sich durch übermenschliche Stärke, besondere List oder Mut aus, hatten aber zugleich menschliche Schwächen wie Zorn, Stolz oder Übermut. Ihre Taten waren meist gewaltvoll und spektakulär und sollten Werte, die Macht der Götter und gesellschaftliche Ideale veranschaulichen.
Sucht man im Internet nach der Definition eines Helden, erscheint: «Jemand, der sich durch mutiges, tapferes Verhalten auszeichnet.» Im Projekt stellte sich die Frage, was Jugendliche heute unter Helden verstehen und welche Eigenschaften ein Held haben muss. Was unterscheidet einen Helden von normalen Menschen? Welche Taten machen eine Person zum Helden? Muss es sich dabei überhaupt um eine reale Person handeln?
Erstaunlich war, dass die Jugendlichen überwiegend reale Personen nannten, mit denen sie alltäglich zu tun haben. Oft wurden die Helden und Heldinnen als Mama, Lehrerinnen und Lehrer oder Polizistinnen und Polizisten genannt. Typische Eigenschaften eines Helden bzw. einer Heldin sind: Sie helfen anderen und retten Leben, übernehmen besondere Aufgaben, stehen (fast) perfekt da, geniessen Ruhm und Ansehen, werden als Vorbilder bewundert und zeichnen sich dadurch aus, dass sie etwas besonders gut können.
Es hat uns gefreut zu sehen, dass die jüngere Generation immer noch reale Menschen mit guten Absichten und moralischem Handeln als Helden ansieht und nicht zu stark an fiktive Charaktere gebunden ist, wie oft erwartet wird.
Text: Madlena Da Silva Pereira, 6Sb, und Ela Biçer, 5MSb
Foto: Maxime Ospelt, 6Na