Karin Frick, selbst aus Schaan, ist eine der führenden Expertinnen auf dem Gebiet der Zukunftsforschung. Während ihres Vortrags führte sie die interessierten Zuschauerinnen und Zuschauer ein in das komplexe Thema des Lebens, Lernens und Arbeitens in der erweiterten Realität. Dabei ging sie auf verschiedene Trends und Entwicklungen der Zukunft ein. Begriffe wie iPhone, DALL•E, VR-Brille, remote und instant sowie Namen weiterer Hilfsmittel zum Erschaffen einer Virtual Reality bzw. des Metaverses fallen hier wie selbstverständlich. So zeigte sie also diverse neue Techniken auf und gab dann ihre Prognosen ab, wie es in der Zukunft weitergehen könnte. Entscheidenden Einfluss auf die Nutzung und damit die Weiterentwicklung wird das Publikum haben, insbesondere wohl die junge Generation der Schülerinnen und Schüler.
Rasante Entwicklung
Die Ursprünge der angesprochenen Technik kommen v.a. aus dem Jahr 2007, als das iPhone präsentiert wurde. Von da an gab es darauf aufbauende Innovationen, beispielsweise Social Media wie etwa Facebook, das als eine Art „Killer-App“ sehr viele Leute anlockte, weil man nun etwas konnte, das man früher nicht konnte: in Echtzeit Bilder und andere Inhalte anderer Personen anschauen. Dann ging es immer weiter. Es wurden Brillen für die Erschaffung einer Virtual Reality erfunden, mit denen man virtuelle Objekte in 3D sehen kann. Die Entwicklung von Hardware und v.a. Software ist so rasant, dass es sein kann, dass in zehn Jahren die heutige Technik dann wie „ein Stummfilm von früher anmutet“, so Karin Frick. An einigen wichtigen Schnittstellen fehlt aber auch noch die „Killer-App“, die das Gerät massentauglich macht.
Die neueste Innovation ist wohl das Metaverse, eine Art digitales Universum, in dem man sich mit sehr vielen Menschen bewegen kann. So kann man beispielsweise Orte besuchen, Meetings organisieren wie in Teams oder Zoom, nur cooler und in 3D. Diese Erfindung könnte, wie viele andere Gadgets auch, in der Schule eingesetzt werden. Man könnte so zum Beispiel in Geografie einen Ort wie den Machu Picchu einfach und schnell besuchen, und zwar die ganze Klasse zusammen. Oder in Geschichte ein Museum oder ein virtuell nachgestelltes historisches Ereignis hautnah erleben. Ob und wann diese Ideen Einzug in die Klassenzimmer finden, ist noch offen. Auch weil der tatsächliche Wandel von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird: Der Mensch als Teil der Natur und der Politik verändert sich langsamer als die Hardware. Noch schneller ist die Software und so wird immer wieder ausgehandelt, was von dem Möglichen auch tatsächlich umgesetzte Realität wird.
Diese Technik mag vielleicht auch viele Menschen einschüchtern, jedoch ist sie grundsätzlich nicht schlimm. Sie verändert sich eben nur schneller als die menschliche Gesellschaft. Man kann die Technik aber auch als eine Art Nutztier sehen.
Menschlicher Kontakt
Die Vorträge wie dieser von Karin Frick, die im Rahmen des Jubiläumsjahres stattfinden, werden von den Standortgemeinden des Gymnasiums, also Schaan und Vaduz, finanziell unterstützt. Rektor Eugen Nägele, der durch das Programm führte, bedankte sich recht herzlich für dieses Geschenk zum Jubiläum des LG und für die interessanten Ausführungen der Referentin vor echtem Publikum. Auch dies zeigt, dass der persönliche Austausch und zwischenmenschliche Kontakt trotz aller Technik immer wichtig sein werden.
Text: Paul Anderegg
Fotos: Eugen Nägele