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01.10.2026

Der erste Eindruck zählt

Im Workshop «Der erste Eindruck zählt» lernen Schülerinnen und Schüler der vierten Klassen des Gymnasiums, wie sie auf andere wirken und wie sie ihr Auftreten, ihre Kommunikation und ihre Auftrittskompetenz verbessern können.

Wie stelle ich mich richtig vor? Welche Wirkung haben meine Sprache und meine Haltung auf andere? Und welchen ersten Eindruck hinterlasse ich eigentlich bei meinem Gegenüber? Genau mit diesen und weiteren Fragen beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler unter der Leitung von Beatrice Brunhart-Risch. Mit Rollenspielen, Partnerübungen und ungewöhnlichen Aufgaben konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr eigenes Auftreten direkt ausprobieren und reflektieren.

Ein Name, der in Erinnerung bleibt

Schon eine einfache Begrüssung kann darüber entscheiden, welcher erste Eindruck bei einem anderen Menschen hinterlassen wird. Deshalb besteht ein Teil des Workshops aus einer Übung zur Vorstellung mit Händedruck. Zunächst zeigten die Coaches in einem Rollenspiel, wie eine solche Begegnung aussehen kann.

Anschliessend waren die Schülerinnen und Schüler selbst an der Reihe. Zu zweit übten sie Begrüssungen wie «Hallo, mein Name ist …» oder «Freut mich, Herr/Frau …». Anfangs wurde die Aufgabe eher spasshaft ausgeführt, danach versuchten die Schülerinnen und Schüler, die Situation ernsthafter und möglichst authentisch nachzustellen. Die Übung sollte ihnen dabei helfen, sich freundlich vorzustellen und sich gleichzeitig Namen besser zu merken.

Auf einer Skala von eins bis zehn

Wie gut kennt man seine eigenen Stärken und Schwächen? Um darüber nachzudenken, wurde ein langes Seil ausgelegt, das eine Skala von eins bis zehn darstellte. Die Schülerinnen und Schüler mussten sich bei verschiedenen Aussagen wie zum Beispiel „Ich kann zu meinen Fehlern stehen.“ oder auch „Ich wähle meine Sprache bewusst.“ selbst einschätzen und sich entsprechend auf der Skala positionieren. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer positionierten sich oft nahe beieinander, dennoch gab es auch immer Ausnahmefälle.

Schule, Leben und Freundschaft

Eine weitere Übung beschäftigte sich mit spontanen Assoziationen zu Begriffen wie zum Beispiel: Schule, Leben, Freundschaft und Hobby. Die Schülerinnen und Schüler nannten je ein Wort, das ihnen unmittelbar in den Sinn kam.

Mit Schule verbanden sie unter anderem Lernen, Hausaufgaben, Stress, Lehrer und Lehrerinnen, Freunde und Freundinnen, Kunst und Musik. Beim Begriff Leben fielen die Antworten noch vielfältiger aus: von Stress, Arbeit und Kapitalismus bis hin zu Freunden, Erinnerungen und Familie. Freundschaft wurde dagegen vor allem mit Vertrauen, Spass und Wichtigkeit verbunden. Bei den Hobbys kamen beispielsweise Schauspiel, Lego bauen, Lesen, Tennis und Musik zur Sprache.

Das Telefonat

Auch das Telefonieren wurde zum Thema. Zuerst sollten die Schülerinnen und Schüler so tun, als würden sie eine vertraute Person anrufen. Dafür verteilten sie sich in der Aula und führten jeweils ein Selbstgespräch. Danach wurde die Situation schwieriger: Nun sollte ein professionelles Telefonat nachgestellt werden. Alle begannen gleichzeitig zu sprechen. Auf ein Zeichen mussten sie plötzlich stoppen. Die Workshopleiterin zeigte anschliessend auf einzelne Personen, die ihr Gespräch spontan weiterführen sollten. Dabei entstanden Gespräche zu unterschiedlichen Themen, wie zum Beispiel von Ferien über Quizshows bis hin zum Internet.

Gemeinsamer Satz

Bei einer weiteren Aufgabe arbeiteten die Jugendlichen wieder zu zweit. Während sie nebeneinanderhergingen, sagten sie abwechselnd jeweils ein Wort. So entstand Schritt für Schritt ein gemeinsamer Satz. Vor der Präsentation auf der Bühne machten sie zusätzlich eine Übung zur Verbesserung ihrer Aussprache. Die entstandenen Sätze drehten sich um verschiedenste Themen wie Essen, Zukunftspläne oder den Workshop selbst.

Lernen hört nie auf

Hinter den spielerischen Übungen steckt ein ernstes Ziel. Der Workshop «Der erste Eindruck zählt» soll den Jugendlichen helfen, ihre Auftrittskompetenz zu erweitern. Es besteht bereits seit rund zehn Jahren, und zahlreiche Klassen von unterschiedlichen weiterführenden Schulen haben daran teilgenommen. Das Junge Theater Liechtenstein bietet solche Workshops an, damit Jugendliche sich mit ihrer eigenen Persönlichkeit und ihrem Platz in der Gesellschaft auseinandersetzen können.

Beatrice Brunhart-Risch sprach während des Workshops auch über lebenslanges Lernen. Dabei geht es nicht darum, alles perfekt beherrschen zu müssen. Vielmehr kann jeder Mensch an ausgewählten Fähigkeiten arbeiten, Neues lernen und sich weiterentwickeln.

Am Ende bleibt deshalb nicht nur die Frage, welchen ersten Eindruck wir heute hinterlassen. Mindestens genauso wichtig ist die Frage, wie wir unser Auftreten in Zukunft weiterentwickeln möchten.

 

Text:  Tabea Volle, 6 Wa, und Leonhard Reithner, 5 Wa

Fotos: Tabea Volle, 6 Wa, und Leonhard Reithner, 5 Wa

 

 

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