Dieses Jahr war „Wasser“ das Thema des Wettbewerbs, und die Geschichte, die vom Thema durchdrungen ist wie keine andere in diesem Wettbewerb, gewann den 3. Platz: Das Meer bei Nacht von Destina Hernler. Die Geschichte handelt von einem Mädchen, das sich unsichtbar fühlt und in der Nacht schwimmen geht, um ihre Probleme zu vergessen. Dabei lernt sie die Gefährlichkeit des Meeres und einen Jungen namens Mike kennen. Wasser ist in Destinas Erzählung sowohl Sehnsuchtsort als auch Ort der Gefahr. Zudem funktioniert der Twist am Ende.
Soe Frick gewann den Preis für den 2. Platz mit der Geschichte Versunken in der See. Es ist die Geschichte einer jungen Frau, die während einer Zugfahrt durch das dunkle Wasser, das sie durch das Zugfenster erblickt, in ihre dunkelsten Erinnerungen zurückgerissen wird. Die Geschichte überzeugt durch die gekonnte Verbindung der beiden Ebenen Alptraum und Zugfahrt. Sie ist sehr gut strukturiert, weswegen der Geschichte trotz dieser zwei unterschiedlichen Ebenen immer leicht zu folgen ist. Auch der Schreibstil weiss zu überzeugen. Der Wortschatz ist präzise gewählt und die Situationen sind klar und eindringlich beschrieben.
Den Gesamtsieg holte sich Leonie Marxer. Ihre Geschichte Wo das Licht nicht hinkommt setzte sich gegen ein starkes Feld durch. Die Kurzgeschichte handelt von dem Trauma eines schweren Verlustes und wie dieser durch grosse Gewässer getriggert wird. Die Geschichte zeichnet sich durch eine flüssige und natürliche Sprache, eine gelungene Strukturierung und realitätsnahe Dialoge aus. Die Handlung der Geschichte ist gut nachvollziehbar. Auch die Message der Geschichte weiss zu überzeugen. Als die Hauptfigur Ronja ihren Tiefpunkt erreicht, ist es ihre Freundin Olivia, die ihr zeigt, dass Ronja mit ihrem Problem nicht alleine dasteht und es manchmal Hilfe von aussen braucht.
Wie letztes Jahr wollen wir die Siegerinnen auch noch im Rahmen der vorweihnachtlichen Besinnung ehren. Die prämierten Geschichten können auf der Mediatheksseite nachgelesen werden:
https://www.lg-vaduz.li/schule/bibliothek
Text: Fabian Kindle
Fotos: Eugen Nägele